Katholische Kirche Sitterdorf 

St. Maria Kirche

 

u Kirche Sitterdorf u Kapelle Degenau

 


Kirche St. Maria

Die Anfänge der Sitterdorfer St. Martins-Kirche reichen bis ins Mittelalter zurück. Urkundlich bezeugt ist sie seit dem 13. Jahrhundert.

1528 trat die Gemeinde gegen den Widerstand des Abtes geschlossen zum reformierten Glauben über. Doch dann wurde die Messe wieder eingeführt. Und 1633 bekamen die Katholiken einen eigenen Geistlichen.

Als Pfarrkirche einer nunmehr paritätischen Gemeinde stand die Martinskirche bis 1961 dem reformierten wie dem katholischen Bevölkerungsteil zum simultanen Gebrauch zur Verfügung. In diesem Nebeneinander der Konfessionen blieben freilich auch Unstimmigkeiten und Auseinandersetzungen nicht aus.

1958 löste man das nahezu 400-jährige Simultanverhältnis auf; und die katholische Kirchgemeinde fasste im Frühling 1960 den Beschluss zu einem Neubau an anderer Stelle.

So entstand in den Jahren 1960/61 nach Plänen des bedeutenden katholischen Kirchenarchitekten Fritz Metzger etwas abseits des Dorfes am Letten das neue Pfarreizentrum, bestehend aus der flachgedeckten Marienkirche mit einem Gottesdienstraum für 350 Personen sowie Pfarrhaus, Pfarreisaal und Glockenturm.

In modernem Architekturstil gestaltet, überrascht der Gebäudekomplex durch einen langgezogenen, dreiecksähnlichen Grundriss, originelle Strukturen und eine bemerkenswerte Kombination von markanten und geschmeidigen Formen. Zum vorzüglichsten Schmuck des Gotteshauses zählen die farbigen Glasfenster, die der Zürcher Kunstmaler Fitz Weigner geschaffen hat.

Am 29. Oktober 1961, dem  Christkönigsfest, weihte Diözesanbischof Franziskus von Streng die Kirche im Rahmen einer würdevollen Feier der Gottesmutter Maria.

Im freistehenden, viereckigen Glockenturm mit abgeschrägter Dachfläche hängt ein vierstimmiges Geläut aus der Glockengiesserei Schilling in Heidelberg. Die Glocken sind der Gottesmutter, den Heiligen Antonius und Martinus sowie den heiligen Engeln geweiht. Jede der vier Glocken trägt eine Inschrift. Auf der kleinsten, der Engel-Glocke, steht:
"Lobet den Herrn ihr seine Engel alle, ihr starken Helden, die ihr sein Wort vollführt."

1984 wurde die Kirche umfangreich renoviert.


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Kapelle Degenau


Degenau liegt am alten Pilgerweg von Konstanz nach St. Gallen. Ursprünglich war die Kapelle nur dem Hl. Nikolaus, dem Schutzpatron der Reisenden und Schiffsleute, geweiht.
Das Magdalena-Patrozinium kam erst im 16. Jahrhundert dazu und geht wohl auf das Bürstenreliquiar der Heiligen zurück, das entweder damals gestiftet wurde oder als Fluchtbild aus einem reformierten Gotteshaus hierher kam. Der Hof Degenau gehörte zum Besitz von St. Magnus in 
St. Gallen, damals ein Kanonikerstift, das wohl um die Mitte des 12. Jahrhunderts die Gründung der St. -Nikolaus-Kapelle veranlasst hat.

Den Kern des jetzigen Baus bildet das romanische Schiff mit dem eingezogenen, würfelförmigen Altarhaus, aus dessen Südwand in der Spätgotik ein Masswerkfenster herausgebrochen wurde. 1577 bis 1582 hat man die Kapelle für reformierte Gottesdienste hergerichtet, aber bereits 1614 rekatholisiert. Damals erfolgte der seitliche Anbau der Sakristei, 1898 die Umgestaltung im Westen durch Anfügung einer Emporenanlage in Fachwerk.

Bei der Restaurierung von 1945 wurden unter der Tünche Wandbilder aus der Zeit der Romantik entdeckt. Schlecht erhalten und kaum mehr deutbar ist die Bildfolge der Nikolauslegende an der Chorwand. Im Altarhaus jedoch, hinter dem schiefen gedrückten Triumphbogen, erkennt man in gemalten Arkaden Apostelfiguren, die Schlüsselübergabe an Petrus und in der Laibung des Stirnfensters (eine moderne Kopie nach der "Flumser Madonna" im Schweizerischen Landesmuseum) erstaunlich frisch die Gestaltung von Kain und Abel: alles um 1160 gemalte romanische Werke, in denen die Reichenauer Malerei aus ottonischer Zeit nachwirkt.

Auskunft erteilt das katholische Pfarreisekretariat Sitterdorf
E-Mail, Telefon 071 422 51 79


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