|
Kapelle Degenau
Degenau liegt am alten Pilgerweg von Konstanz nach St. Gallen.
Ursprünglich war die Kapelle nur dem Hl. Nikolaus, dem Schutzpatron der
Reisenden und Schiffsleute, geweiht.
Das Magdalena-Patrozinium kam erst im 16. Jahrhundert dazu und geht wohl
auf das Bürstenreliquiar der Heiligen zurück, das entweder damals
gestiftet wurde oder als Fluchtbild aus einem reformierten Gotteshaus
hierher kam. Der Hof Degenau gehörte zum Besitz von St. Magnus in
St. Gallen, damals ein Kanonikerstift, das wohl um die Mitte des 12.
Jahrhunderts die Gründung der St. -Nikolaus-Kapelle veranlasst hat.
Den Kern des jetzigen Baus bildet das romanische Schiff mit dem
eingezogenen, würfelförmigen Altarhaus, aus dessen Südwand in der
Spätgotik ein Masswerkfenster herausgebrochen wurde. 1577 bis 1582 hat
man die Kapelle für reformierte Gottesdienste hergerichtet, aber
bereits 1614 rekatholisiert. Damals erfolgte der seitliche Anbau der
Sakristei, 1898 die Umgestaltung im Westen durch Anfügung einer
Emporenanlage in Fachwerk.
Bei der Restaurierung von 1945 wurden unter der Tünche Wandbilder aus
der Zeit der Romantik entdeckt. Schlecht erhalten und kaum mehr deutbar
ist die Bildfolge der Nikolauslegende an der Chorwand. Im Altarhaus
jedoch, hinter dem schiefen gedrückten Triumphbogen, erkennt man in
gemalten Arkaden Apostelfiguren, die Schlüsselübergabe an Petrus und
in der Laibung des Stirnfensters (eine moderne Kopie nach der
"Flumser Madonna" im Schweizerischen Landesmuseum) erstaunlich
frisch die Gestaltung von Kain und Abel: alles um 1160 gemalte romanische
Werke, in denen die Reichenauer Malerei aus ottonischer Zeit nachwirkt.
Auskunft erteilt
das katholische Pfarreisekretariat Sitterdorf
E-Mail,
Telefon
071 422 51 79
|