Katholische Kirche Bischofszell 


St. Pelagius

St. Pelagiuskirche und Michaelskapelle

u St. Pelagius mit u Allerheiligsten- und u Marienkapelle (innen)
und
der
u Michaelskapelle (links)


 

u Geschichte u Architektur u Hl. Pelagius

 

Hochaltar in der Pelagius-Kirche

Hochaltar



Geschichte

Auf halbem Weg zwischen der Bischofsstadt Konstanz und der Benediktinerabtei St. Gallen gründete einer der Bischöfe Salomon in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts das Pelagiusstift als geistiges Zentrum. So kam die daraus entstehende spätere Stadt Bischofszell zu ihrem Namen („die Zelle des Bischofs“).

Der Kirchenpatron, St. Pelagius aus Ungarn ( 284), wurde als 25-jähriger enthauptet, weil er sich weigerte, dem christlichen Glauben abzuschwören. Seinen Gedenktag begehen wir jährlich am 1. Sonntag im September.

Von 1300 an erfolgten gotische Neubauten unter Verwendung alter Teile, die Sakristei wurde 1709 angebaut. 1826 bekam die Kirche den Zwiebelhelm und 1864 wurde sie im neugotischen Stil erneuert. Von 1535 bis 1968 diente die Pelagiuskirche als paritätisches Gotteshaus beiden christlichen Konfessionen.
1967 bis 1971 wurde eine
Gesamt-Renovation durchgeführt, die der Kirche das heutige Aussehen verlieh.
 
Zur Pfarrei Bischofszell gehört auch Hauptwil, die benachbarte Weihergemeinde, mit der Antoniuskapelle.

Am 1. August 2004 wurde der Seelsorgeverband Bischofszell, Sitterdorf und St. Pelagiberg gegründet.

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Architektur

Alte Stifts- und heutige katholische Stadtpfarrkirche. 
Ein erster Baubestand, eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit Vorchor und abgeschrankten Seitenkapellen, lässt sich dem 9. Jahrhundert zuweisen.
Später erhielt das Gotteshaus nördlich die Friedhofkapelle St. Michael mit Abdankungsraum und Beinhaus.

Sechsjochige Unterteilung des Langhauses, das durch quadersichtige Spitzbogenarkaden mit Pfeilern des frühen 15. Jahrhunderts gegliedert sind.

 An der Südwest- und Südwand hat sich ein Passionszyklus lückenlos erhalten; neben dem Nordwestzugang eine Muttergottesstatue.

Im Chor Hochaltar von Augsburger Künstler, mit Figur des Hl. Pelagius, Chorgestühl und Chororgel.

Deckenbild Patrozinium des Hl. Pelagius, Stuckaturen Rokoko.


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Hl
. Pelagius

Statue des Heiligen Pelagius, Teil des Hochaltares

Detail Hochaltar

Zu Emmona in Ober-Ungarn lebte ein adeliges, reiches und christliches Ehepaar, das im Jahre 259 mit einem Söhnlein gesegnet wurde, dem es den Namen Pelagius gab. Schon früh übergaben die frommen Eltern den Knaben einem frommen Priester, Uranius genannt, zur Erziehung, welcher ihn im christlichen Gauben und in den Wissenschaften unterrichtete. Nach dem Tode seiner Eltern wohnte Pelagius stets beim Priester Uranius und nahm in der Tugend und Vollkommenheit so zu, dass er sein grosses elterliches Erbe aus Liebe zu Gott unter die Armen verteilte und auf alle Freuden und Genüsse der Welt verzichtete.

Als zur Zeit des tyrannischen Kaisers Valerius die Christen überall verfolgt wurden und Pelagius mit seinem Erzieher das grausame Morden und Blutvergiessen so vieler unschuldiger Christen nicht mehr länger ansehen konnte, zogen sie aus ihrem Vaterlande fort und kamen nach langen Reisen endlich an den Bodensee nach Niederburg, eine Festung, welche die Römer wider den Einfall der Alemannen an der Stelle errichtet hatten, an der hernach die Stadt Konstanz von Kaiser Konstantin erbaut wurde. Hier trafen sie gerade den Landpfleger Evilasius, der ebenfalls grausam gegen die Christen wütete. Sie warfen ihm mit Starkmut seine unmenschliche Grausamkeit vor, bekannten öffentlich, dass sie Jesus Christus als wahren Gott anbeten und dass die Götter nur Menschendichtung und Betrug seien.

Der Landpfleger wurde hierüber höchst aufgebracht, besonders über den so jungen Pelagius, weil er die Götter so verachtete, liess ihn mit Ketten binden und ins Gefängnis werfen. Als der Jüngling im finsteren Kerker lag, rief er Gott um Hilfe an und siehe, plötzlich war der Ort durch ein himmlisches Licht erleuchtet, sein Herz wunderbar erfreut und getröstet und zur Erlangung der Märtyrerkrone gestärkt. Nach drei Tagen wurde Pelagius dem Landpfleger noch einmal vorgeführt, welcher ihn mit Schmeicheleien und Drohungen überreden wollte, den christlichen Glauben zu verleugnen und den Göttern zu opfern. Als Pelagius standhaft blieb, befahl der Landpfleger ihn mit Ruten zu schlagen und aufzuhängen und danach mit eisernen Haken zu zerreissen und mit siedendem Öle zu begiessen. Nachdem dieser junge Glaubensheld um Jesu willen mutig diese grausam Marter bestanden, befahl der Tyrann ihn noch auf glühenden Kohlen und Glasscherben hin‑ und herzuwälzen. Während dieser Pein redete Pelagius denselben mit folgenden Worten an:

«O, verstockter, elender Mensch! Schäme dich Deiner Tyrannei! Diese Martern sind mir weit mehr zur Freude als zur Qual und gleichsam liebliche Rosen.»

Ober diese Rede ergrimmt liess ihn Evilasius ausserhalb Niederburg (jetzt Konstanz) enthaupten am 28. August 284. Nachdem Pelagius auf so glorreiche Weise dem Glauben an Christus Zeugnis gegeben hatte, kamen einige Christen mit dem Priester Uranius zu dem hl. Leichnam, beklagten und beweinten seinen grausamen Tod und bestatteten ihn ehrenvoll. Später kam sein Leib nach Rom und Pelagius wurde als Heiliger verehrt.

(Auszug aus dem u Pilgerführer St. Pelagiberg von 1901, überarbeitet 1974)


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